Wohnwünsche über 50
Jährlich wollen 800.00 Menschen über 50 in eine neue Mietwohnung ziehen. Nicht nur Berufsanfänger und junge Familien bestimmen die Nachfrage auf den deutschen Wohnungsmärkten. Auch nach dem 50. Lebensjahr werden überraschend viele Menschen aktiv, um ihre Wohnsituation zu verändern. Das macht eine neue Studie des Forschungsinstituts empirica deutlich, das im Auftrag der Landesbausparkasse (LBS) 3.000 Personen dieser Altersklasse befragt hat.
Bereits heute sind rund 38 Prozent der Bevölkerung in Deutschland über 50 Jahre alt. Und unbestreitbar ist bei aller Unsicherheit über die künftige Bevölkerungsentwicklung zumindest eines: Der Anteil dieser Altersgruppe wird spürbar ansteigen. Noch klarer wird deren Bedeutung für den Wohnungsmarkt, wenn man sich auf die Einzelpersonen, sondern auf den privaten Haushalten abstellt. Denn die über 50-Jährigen machen bereits mehr als die Hälfte aller Haushalte aus, davon über 50 Prozent in eigenen vier Wänden – und auch hier gilt: Tendenz steigend.
Die Bedürfnisse dieser Großen Bevölkerungsgruppe lassen sich noch einmal nach dem Alter differenzieren. Unterschieden werden die „alten Jungen“ (50 bis 60 Jahre) und „Junge Alten“ (60 bis 70 Jahre), die praktisch ausschließlich Wohnangebote ohne professionelle Hilfeleistungen suchen. Diese Altergruppe bevorzugt Geschosswohnungen in einer überschaubaren Wohnanlage. Einpersonenhaushalte suchen Wohnungen mit mindestens zwei Zimmern, Zweipersonenhaushalte mindestens drei bis vier Zimmer. Wichtig sind außerdem Schwellfreiheit und private Freiflächen (möglichst Balkone).
70- bis 80-Jährige suchen Sicherheit
Demgegenüber sucht die Gruppe der „mittelalten Alten“ (70 bis 80 Jahre) ehr professionelle Wohnangebote in Kombination mit Hilfeleistungen, allerdings keine Rundumversorgung. Hier sind möglichst ständige Ansprechpartner gefragt und die Sicherheit, bei Bedarf auch in der Wohnung betreut zu werden. Die „alten Alten“ (über 80 Jahre) ziehen nach der empirica- Analyse vorwiegend im Fall der Hilfs- bzw. Pflegebedürftigkeit um und suchen dementsprechend ehr institutionelle Einrichtungen der Altenhilfe und Altenheime
Erfüllung von Wohnwünschen
Die altersbedingten Unterschiede kommen auch bei den ermittelten Umzugspotenzialen zum Ausdruck. So wollen rund 23 Prozent der Befragten im Alter zwischen 50 und 60 noch einmal umziehen, immerhin 15 Prozent im Alter zwischen 60 und 70, dagegen lediglich 9 Prozent in der Alterskategorie der 70- bis 80-Jährigen. Die Gründe für den Umzug nach dem 50. Geburtstag sind breit gefächert. So geben 30 Prozent der Befragten allgemein „Die Erfüllung von Wohnwünschen an, 26 Prozent sind mit ihrem bisherigen Wohnumfeld unzufrieden, und 22 bzw. 16 Prozent wollen näher bei ihren Kindern bzw. bei Freunden und Gleichgesinnten wohnen. Noch wichtiger ist allerdings der bewusste Blick auf veränderte Wohnbedürfnisse im Alter. So geben 37 Prozent der Befragten den Wunsch nach einem altengerechten Standort an, 34 Prozent wollen altersgerecht wohnen, z. B. mit einer entsprechenden Badezimmerausstattung, oder bei Hilfs- bzw. Pflegebedürftigkeit auch Dienstleistungen in der Nähe haben. 29 Prozent möchten gerne in einer kleinere Wohnung oder ein kleineres Haus ziehen.
Mehr zu diesem Thema hier im Blog
